Geld regiert die Welt

Das Prinzip ist klar: Wir müssen arbeiten, um uns selbst erhalten zu können.

 Wir leisten die Arbeit, um uns die notwendigen, lebenserhaltenden Produkte kaufen zu können. Der Handel ist dem Prinzip nach logisch. Wir geben durch unsere geleistete Arbeit etwas in die Gesellschaft hinein, sei es nun ein materielles oder ein geistiges Erzeugnis, und erhalten dafür von der Gesellschaft eine Gegenleistung. Dinge, die wir essen und trinken, an denen wir uns erfreuen können.

Als Mittler in diesem Tauschsystem verwenden wir Geld, das den Wert der Produkte widerspiegelt.

Jetzt haben diese Dinge unterschiedlicher Wertigkeiten, also entlohnen wir die Produzenten dieser unterschiedlichen Dinge nach unterschiedlichen Maßstäben, je nach dem, wie wertvoll das produzierte Produkt ist.

 Je anspruchsvoller die Arbeit daran, desto höher der Preis des Produkts und das Einkommen des Produzenten.

Wie verteilen wir jetzt das erwirtschaftete Geld unter allen Beteiligten?

 Um gleich beim Extrem zu beginnen, in den USA verdienen Führungskräfte an der Spitze ungefähr 350 Mal so viel wie ein Arbeiter, in Europa immerhin noch 150 Mal so viel (Stand Oktober 2014). Zugegeben, es ist auch meine Meinung, dass eine Person, die einen höheren Arbeitsaufwand leistet oder ein höheres Maß an Verantwortung trägt, ein Anrecht auf eine höhere Entlohnung hat – Erfolg soll sich ja auszahlen. Doch scheint mir der Unterschied zwischen ‚Oben‘ und ‚Unten‘ so extrem zu sein, dass die Einen zu viel, die Anderen zu wenig erhalten.

 Blicken wir hinaus in die Welt, in Richtung Sonnenuntergang zum Beispiel, sehen wir, dass sich daraus eine gesellschaftliche Zweiteilung entwickelt. Deutet die Entwicklung auf die Entstehung von Superreichen und Superarmen hin?

In Deutschland arbeitet ein knappes Viertel der arbeitenden Bevölkerung im Niedriglohnsektor. Da stellt sich natürlich die Frage, braucht es einen Niedriglohnsektor, in dem die Menschen gerade so viel verdienen, dass sie nicht sterben müssen? Ist es wirklich notwendig viele Menschen so miserabel zu entlohnen, dass kaum am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Man grenzt sich ja, gerade nach unten, zu anderen Einkommensklassen ab, von der Aufhetzung gegen andere Berufsgruppen (Stichwort: Streik) ganz zu schweigen.

Jeden gleich zu machen ist nicht das Ziel. Aber die Ungleichheit in diesem extremen Maße zu forcieren ist heute schon ein verübter Anschlag auf viele Menschenleben, gerade in der Dritten Welt.

 Bei uns stellt sich mir die Situation so dar, dass vielen Menschen Altersarmut droht, viele Menschen Zweit- oder Drittjobs machen müssen. Auf der Anderen Seite haben Menschen so extrem viel Geld, dass manche schon nicht mehr wissen, was sie damit tun sollen, abgesehen davon, es zu investieren und im Optimalfall noch mehr Geld zu bekommen, um damit wieder mehr Geld zu bekommen.

 Wir müssen uns die Frage stellen, ob es überhaupt gerechtfertigt sein kann, so viel überschüssiges Geld anhäufen zu können, es der Gesellschaft damit vorzuenthalten, um damit eigene Interessen verfolgen zu können, die nicht immer dem allgemeinen Wohl dienlich sind. Oder sollten wir nicht der Öffentlichkeit mehr Geld davon zur Verfügung stellen, um Projekte mit hohem gesamtgesellschaftlichen Nutzen verwirklichen zu können.

Wir müssen private Einzelinteressen wieder unter das gesellschaftliche Interesse subsumieren.

Wir müssen für unser aller Interessen kämpfen und egoistischen Einzelinteressen die Kontrolle über die Ausrichtung unserer Gesellschaft entreißen.

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